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Wie konfliktträchtig die Kostensituation bei geförderten Altersvorsorgeprodukten ist, lässt sich gerade in letzter Zeit in der Presse, zum Beispiel im Zusammenhang mit der von der Bürgerbewegung Finanzwende erstellten Analyse, beobachten.

Dabei muss jedoch angemerkt werden, dass die Modellberechnungen ausschließlich die Kostenseite betrachten, die Garantien und Renditeentwicklungen werden nicht in die Überlegungen einbezogen. Dr. Peter Schwark, stellvertretender GDV-Hauptgeschäftsführer, spricht in diesem Zusammenhang von einer bewussten Irreführung. (vgl. www.procontra-online.de, 3.12.2020)

„Die Berechnungen sind bewusst irreführend. Denn die Finanzwende verknüpft unter anderem variable Kosten der Kapitalanlage mit fixen Beiträgen. Je besser die Performance der Kapitalanlage, desto höher sind auch die performanceabhängigen Kosten. […] Attraktive Produkte werden so fälschlich als teuer deklariert.“, so wird Dr. Peter Schwark zitiert. (https://www.procontra-online.de/artikel/date/2020/12/hohe-riester-kostenquoten-finanzwende-greift-versicherer-an/, 3.12.2021, Martin Thaler, Stand: 12.01.2021)

Die Kostendiskussion zeigt, dass heftig und medienwirksam kritisiert wird, neue Ideen und Produktkonzepte jedoch nicht vorliegen. Um sich nicht immer wieder neuen Diskussionen stellen zu müssen und um auch den zukünftigen Anforderungen an moderne Produkte gerecht zu werden, sollten Anbieter von sich aus aktiv werden.

Sind Kostenreduzierungen machbar bei gleichzeitiger Beibehaltung angemessener Renditechancen?

Folgende Aspekte sollten Anbieter im Zusammenhang mit Kostenreduzierung und Renditechancen in ihre Überlegungen einbeziehen:

  • Die AltVPIBV schreibt die Hochrechnungszinssätze für staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte vor. Je höher die Chancenrisikoklasse (CRK) desto höher die Hochrechnungszinssätze. Die Einteilung von Produkten mit hohem Anteil an Fondsinvestment erfolgt i.d.R. in hohen CRKs. Solche Produkte müssen deshalb mit höheren Hochrechnungszinsen berechnet werden, was deren absolute Kosten erhöht, wenn wie üblich fondswertbezogene Kosten entnommen werden. Tendenziell haben deshalb Produkte in höheren CRKs auch höhere absolute Kosten als Produkte in niedrigeren CRKs.
  • Bei Produkten, die eine Garantie gewähren, werden Teile des Investments in der Regel im Sicherungsvermögen des Versicherers verwaltet. Hier werden dem Investment ins Sicherungsvermögen ebenfalls Kosten zwischen 0 und 1 Prozent des Investmentanteils im Sicherungsvermögen entnommen. Große Versicherer rechnen hier mit Werten zwischen 0,5 und 1 Prozent und liegen damit unterhalb der Kosten für gemanagte Fonds.

Ein weiterer Lösungsansatz zur Reduktion von fondsbezogenen Kosten besteht deshalb darin, auf teure Garantiefonds oder teurer gemanagte Fonds zugunsten von z. B. ETFs zu verzichten. Bei Auswahl geeigneter ETFs können ähnliche Renditechancen erzielt werden wie bei gemanagten Fonds.

  • Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Garantiehöhen flexibel zu handhaben, um Kosten weiter zu senken. Zum Beispiel sinken Kosten zur Absicherung von Garantien, indem Garantiehöhen reduziert werden. Außerdem können Versicherer durch moderne Produktkonzepte eine gezielte Absicherung der Garantien erwirken und dadurch die Kosten ebenfalls reduzieren.
  • Trotz der derzeit scheinbar hohen Kosten bei Riester-Produkten mit einem hohem Fondsinvestmentanteil ist es möglich, 1 Prozent RiY für Laufzeiten ab 15 Jahren zu unterschreiten, sofern die notwendigen Voraussetzungen - wie z. B. von der Rentenkommission vorgeschlagen - dafür geschaffen werden.
  • Zur Absicherung der Bruttobeitragsgarantie können Versicherer ihren Vorteil nutzen, die Absicherung im Versichertenkollektiv darzustellen. Näheres dazu wird im Aeiforia Newsletter vom 15.11.2020 erläutert.
  • Denkbar wäre auch eine Übernahme der Garantierisiken durch Rückversicherer. Die Möglichkeit der Rückversicherer, anbieterübergreifend Risiken zu übernehmen und somit größere Volumina zu versichern, senkt das Schwankungsrisiko und erlaubt eine stabilere Kalkulation.
  • Verwaltungsaufwände und Höhe der Garantien werden in erster Linie durch regulatorische Vorschriften bestimmt. Hierauf können Anbieter nur bedingt Einfluss nehmen.
  • Allerdings besteht Spielraum bei der Produktgestaltung, den Anbieter nutzen sollten, um auf moderne Produktkonzepte umzustellen, bei denen gezielt die geforderte Ablaufgarantie abgesichert wird. Unnötige Kapitalbindung für nicht benötigte Leistungen wird so vermieden.
  • Dynamische Hybridprodukte bieten eine Absicherung gezielt für die Beitragsgarantie. Je niedriger der garantierte Zins ist, desto weniger Freiheit besteht, Beitragsteile in andere Investments als das Sicherungsvermögen zu investieren. Während der Entnahmedauer der Abschlusskosten zu Beginn der Vertragslaufzeit sind die Sparbeiträge geringer als im weiteren Vertragsverlauf. Dadurch steigt das Risiko, dass ein Auffüllbedarf zur Aufstockung der Garantie-Reserve entsteht.
  • Die Neue Klassik-Produkte mit rein endfälliger Garantie verfolgen einen anderen Ansatz, indem anstelle einer einzelvertraglichen Reserve zur Sicherung der Garantie eine kollektive, nicht rückkaufsfähige Reserve gestellt wird.
  • Diese Überlegungen sind nicht auf staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte beschränkt, sondern betreffen alle Altersvorsorgeprodukte gleichermaßen.

Für Fragen und Anregungen zu dieser News sowie zu unserem Workshop rund um moderne Produktkonzepte in der Altersvorsorge steht Ihnen Uwe Klinge, Dipl.-Mathematiker, Aktuar (DAV) und Certified Enterprise Risk Actuary (CERA) zur Verfügung. Herr Klinge leitet bei Aeiforia das Geschäftsfeld Produktentwicklung & Aktuariat.

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Links und Downloads

Aeiforia Newsletter: Riester-Facts vom 15.11.2020 ‚Zukünftige Produktkonzepte in der Altersvorsorge‘

Workshop: Vergleich moderner Produktkonzepte in der Altersvorsorge

 
 

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